Proyecto Cultural
CASA LATINOAMERICANA
Eisengasse 5, | Postfach 12, 9004 St. Gallen
Suiza | Schweiz | Switzerland

EIN ORT IN DER OSTSCHWEIZ, WO MAN SEIN SPANISCH SPRECHEN UND ANWENDEN KANN
UN LUGAR EN LA SUIZA ALEMANA DONDE SE PUEDE HABLAR Y PRACTICAR ESPAÑOL


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Veranstaltungen im September 2007

Freitag, 7. September | 19.30 Uhr

Lesung deutsch - spanisch
Der Schriftsteller Mario Salazar aus Kolumbien liest aus seinem Buch Kopf oder Zahl


Die sechs Geschichten dieses Erzählungsbandes drehen sich rund um das Thema Geld, oder besser gesagt, um Menschen in einem bestimmten Land in Südamerika und ihren besonderen Umgang mit dem Geld.

Der Hintergrund: Eine sich ständig wandelnde Gesellschaft, die geprägt ist von zwischenmenschlichen Konflikten, Auseinandersetzungen und Gefahren aller Art.
Die Protagonisten: Frauen und Männer, die beharrlich darauf bestehen, dass ihnen ein Anteil fassbaren Glücks auf dieser Erde zusteht. Einerlei wie sie ihr individuelles Stückchen Glück erreichen, sie brauchen es unbedingt; sie wollen es heute und hier, nicht morgen und im Jenseits. Die Zukunft aktiv zu gestalten, ist ein Luxus, den sie sich nicht leisten können .

Die Geschichten vermitteln uns einen Eindruck der gemeinsamen Qualen, Freuden und Hoffnungen dieser Menschen. Sie erleben Schicksalsschläge, die aber nicht in das von uns als Leser erwartete Verderbnis führen, sondern in überraschende Erfolgserlebnisse umgewandelt werden. Erfolgserlebnis und Schicksalsschlag sind aus dem gleichen Stoff beschaffen.

Diese Menschen befinden sich in einem ständigen Kampf, um an Geld heranzukommen. Das Geld als Mittel zum Zweck oder als Zweck in sich selbst. In ihrem Streben nach Geld sind Liebe und Sinnesfreude nicht ausgeschlossen, dienen aber als Rückendeckung ihres Handels. Und dennoch haben sie ihre eigenen konkreten Ansichten betreffend den Sinn des Lebens, die menschliche Würde und die Auseinandersetzung mit den Mitmenschen.

Die deutschen Übersetzungen werden von Gitta Hassler gelesen.

Mario Salazar ist Mitglied von AdS Autorinnen und Autoren der Schweiz

Casa Latinoamericana Eisengasse 5, 9000 St. Gallen | Eintritt frei



Samstag, 29. September | 19.30 Uhr

C I N E C L U B: Camarón, das Leben des Flamencoidols in einem faszinierenden Spielfilm von Jaime Chávarri, spannend und bewegend mit tollem Soundtrack und vielen Extras. Mit drei Goyas ausgezeichnet. Spanien 2005 | Spanisch mit englischen Untertiteln.


Also ich muss zugeben, ich war schon fast mehr als skeptisch. Die Biografie eines spanischen Idols, und noch dazu im Vertrieb von Walt Disney! Die haben sich die Vertriebsrechte natürlich erst gesichert, als der Film schon ein Megaerfolg in den Kinos war. Aber Massenerfolg und Hollywood ist ja auch eine eher unheilige Mischung. Ich befürchtete Pathos, Schmalz und Heiligenverehrung. Doch das Gegenteil war der Fall. Der Regisseur Jaime Chávarri schuf mit seinen Hauptdarstellern Óscar Jaenada, Verónica Sánchez, Raúl Rocamora, Martín Bello usw. ein Drama, das weder unkritisch noch peinlich an das Leben des größten Flamencosängers aller Zeiten herangeht. Es sollte ja keine Dokumentation werden, künstlerische Freiheiten sind da gestattet. Es ist ein richtig spannender Film, der dem Leben der Flamencolegende sicherlich gerecht wird. Seine ganze Flamencokarriere wird in 100 Minuten auf den Punkt gebracht, sein Suchen und Finden, sein Genie und sein Wahnsinn, seine Liebe und seine Drogensucht. Von seinen ersten Auftritten bis zum bitteren Ende, das ja leider auch im Film unabwendbar ist. Gleich drei Premios Goya und noch mehr Nominierungen hat der Film in diesem Jahr bekommen, unter anderem für die schauspielerische Glanzleistung der beiden Hauptdarsteller. Zugegeben, Paco de Lucía und Tomatito sind nicht so doll gecastet, aber da bin ich als Gitarrenfan jetzt kleinlich. Die DVD hat einen tollen Soundtrack, der auch separat als CD erhältlich ist, englische Untertitel, ein Making of, Kommentare, Trailer und einen sehr schönen Videoclip mit "Soy Gitano". Nicht nur für Camarónfans ein Muss. Aber auch für jemanden, der mit Flamenco gar nichts am Hut hat, ist es ein eindringlicher Film, den man noch lange mit sich herumträgt.

Casa Latinoamericana Eisengasse 5, 9000 St. Gallen | Eintritt frei

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